
Allgemein
Weit mehr als 15 % der Deutschen Bevölkerung leiden an den Volkskrankheiten Asthma bronchiale, chronische Bronchitis und Lungenemphysem. Vielen Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen kann nach dem heutigen Stand der medizinischen Wissenschaft durch angepaßte sportliche Betätigung und körperliches Training wesentlich geholfen werden. Diskrepant zu den positiven Ergebnissen von Sport und körperlichem Training bei diesen Patienten in der Medizinischen Wissenschaft ist die viel zu geringe Zahl von Asthma- und Lungensportgruppen in Deutschland.
Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland, eine Initiative namhafter pneumologischer Fachärzte aus Klinik und Praxis, Physiotherapeuten, Sporttherapeuten und ärztlicher Organisationen hat sich die Aufgabe gestellt, bestehende Sportgruppen für Atemwegs- und Lungenerkrankungen bekannt zu machen und allen Verbänden, Organisationen und Personen beim Aufbau von neuen Lungensportgruppen zu helfen.
Was ist zu bedenken ?
Viele Patienten mit Asthma, chronischer Bronchitis oder Lungenemphysem glauben, daß sie sich nicht belasten dürfen. Ihre Erkrankung veranlaßt sie oftmals völlig unberechtigt zur starken Zurückhaltung gegenüber körperlicher Bewegung und ihrer Krankheit angepaßter sportlicher Betätigung. Andererseits können Sport und körperliche Bewegung zu einer Besserung der körperlichen Belastbarkeit und auch der Lebensqualität bei diesen Patienten führen.
Was ist also zu tun ?
- Patienten mit Asthma, chronischer Bronchitis und/oder Lungenemphysem sollten mit ihrem behandelnden Arzt sprechen und sich einer Lungensportgruppe anschließen.
- Erfahrene Übungsleiter helfen dort den Patienten - individuell und je nach Leistungsfähigkeit - und vermitteln dabei Freude an körperlicher Bewegung und sportlicher Betätigung.
- Routinierte Physiotherapeuten zeigen den Patienten in der Gruppe, wie sie die geschwächten Muskeln wieder aufbauen können - ohne Atemnot.
- Speziell ausgebildete Atemtherapeuten wissen, was not tut - und üben mit den Patienten, wie man auch mal ohne "Notfaltspray" wieder besser durchatmen kann.
- Alle Gruppen werden von einem Arzt - direkt vor Ort oder in ständiger Rufbereitschaft - betreut.
In den Lungensportgruppen gewinnen die Patienten ihre Freude an körperlicher Bewegung zurück. Sie bauen lange verlorengegangenes Vertrauen in sich und ihre körperliche Leistungsfähigkeit wieder auf und können mit von der gleichen Krankheit Betroffenen über die kleinen Tricks zur Krankheitsbewältigurig sprechen.

Für Übungsleiter
Die Lungensportgruppe muss von einem lizenzierten Übungsleiter geführt werden
Die Qualifikation des Fachübungsleiters wird durch eine Lizenz des Landesverbandes des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) des Bundeslandes nachgewiesen, in dem der Fachübungsleiter ansässig ist.Um die für die Lizenz notwendige Qualifikation zu erreichen, ist eine spezielle Ausbildung erforderlich, die von den Landesverbänden des DBS aber auch von der AG Lungensport in Deutschland e.V. sowie vom Institut für sportmedizinische Prävention und Rehabilitation (IsPR) angeboten wird.
Sonderlehrgänge zum Erwerb der Lizenz
Basierend auf einer Vereinbarung mit dem DBS führt die AG Lungensport in Deutschland e.V. für bestimmte Berufsgruppen (Ärzte, Physiotherapeuten, Dipl.-Sportlehrer, Dipl.-Sportwissenschaftler, Dipl.-Trainer, Fachübungsleiter Innere Organe, Sonderpädagogen Sport) einwöchige Sonderlehrgänge mit 50 - 60 Unterrichtseinheiten durch.
Die Unterrichtseinheiten des Sonderlehrgangs gliedern sich in 3 Blöcke:
Block A Medizinische Grundlagen
- Aufbau und Funktion der Atemwege
- Aufbau und Funktion der Atempumpe
- Störungen bei obstruktiven Atemwegserkrankungen
- Diagnostik der obstruktiven Atemwegserkrankungen
- Krankheitsmanagement
- Indikationen/Kontraindikationen für Lungensport
- Monitoring
- Notfallsituation
= 18 Unterrichtseinheiten
Block B sportwissenschaftliche Grundlagen/ Theorie und Praxis des Lungensports
- Grundlagen des Trainings bei obstruktiven Atemwegserkrankungen
- Prinzipien des sportlichen Trainings bei Atemwegserkrankungen
- Sporttherapeutische Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung
- Atemtherapeutische Elemente (Theorie und Praxis)
- Selbstwahrnehmung
- Elemente aus der Patientenschulung
- Sportinduzierte psychosoziale Prozesse
- Aufbau einer Übungseinheit
= 28 Unterrichtseinheiten
Block C Organisatorische Grundlagen
- Gründung und Aufrechterhaltung einer Lungensportgruppe
- Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
- Beiträge und Versicherungsschutz
- Verordnung von Rehabilitationssport / Funktionstraining
- Zuschuss und Kostenerstattung
= 8 Unterrichtseinheiten
Für Abschlussprüfung, Hospitation und Lehrprobe werden insgesamt 6 Unterrichtseinheiten benötigt. Dabei entfallen auf die Prüfung 3 Unterrichtseinheiten, je eine Unterrichtseinheit auf die Lehrprobe mit Erwachsenen und Kindern sowie eine weitere Unterrichtseinheit auf die Hospitation.
Nach bestandener Klausur und Lehrprobe erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung, die als Äquivalent von diesen über einen (Reha-)Sportverein beim Landesverband des DBS im Heimatbundesland des Lehrgangteilnehmers eingereicht und in die Sonderlizenz "Fachübungsleiter Rehabilitationssport Innere Organe (spezielle Ausrichtung: Atemwegs- und Lungenerkrankungen) umgewandelt wird.
Refresher-Kurse zur Lizenzverlängerung
Für die Lehrgänge beider Institutionen, d.h. der AG Lungensport und die der Landesverbände des DBS, muss die Qualifikation durch Wiederholungs-/ Refresher-Kurse (16 Unterrichtseinheiten) im Abstand von 2 Jahren (Ausnahme: Bayern, Sachsen und Hamburg: 4 Jahre) wiederholt werden. Diese Kurse sind für die Lizenzverlängerung zwingend erforderlich.
Schulungsmaßnahmen des Instituts für sportmedizinische Prävention und Rehabilitation (IsPR)
Das Institut hat ein Sondermodell zur Ausbildung von Übungsleitern entwickelt, das in Kooperation zwischen dem Fachbereich Sport der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Hochgebirgsklinik Davos-Wolfgang bereits seit Jahren für Studenten aus Mainz und Frankfurt praktiziert und vom Deutschen Behinderten-Sportverband LV Rheinland-Pfalz anerkannt wird. Teilnehmer am Kurs des Sondermodells können sein:
Studenten mit Studiengang Diplomsportissenschaftler mit Studienschwerpunkt Prävention und Rehabilitation
Die Ausbildung im Sondermodell ist wie folgt:
· Kompaktseminar an der jeweiligen Universität 1 SWS von ca. 20
Unterrichtseinheiten
· Exkursion an der Hochgebirgsklinik Davos – Wolfgang mit 1 - wöchigem Kurs
incl. Lehrprobe und Klausur.
Lehrgänge der Landesverbände des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS):
Für Personen, die nicht über die genannten beruflichen Vorqualifizierungen verfügen, führen die Landesverbände des DBS Lehrgangssequenzen durch, die zum "Fachübungsleiter Rehabilitationssport Innere Organe" ohne die Einschränkung "spezielle Ausrichtung: Atemwegs- und Lungenerkrankungen" führen. Die Lehrgangsfolge beansprucht einen Zeitaufwand von 176 Unterrichtseinheiten, die sich - aus Gründen der Lehrgangsangebote - durchaus über mehr als 1 Jahr hinziehen kann. Diese Lehrgänge schließen mit der Lizenzvergabe als Fachübungsleiter ab.
Sonderregelung des DBS für bestimme Berufsgruppen zum Fachübungsleiter Asthma/ Allergie
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Abschluß
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Block 10
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Block 20
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Block 40/42
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Dipl.-SportlehrerIn (A)
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nein
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ja
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ja
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136 UE
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Dipl.-SportlehrerIn (B)
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nein
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nein
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nein
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120 UE
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MotopädagogIn
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nein
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nein
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ja
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120 UE
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SportlehrerIn (Fak)
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nein
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ja
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ja
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136 UE
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KrankengymnastIn
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ja
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nein
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ja
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195 UE
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GymnastiklehrerIn
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nein
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ja
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ja
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136 UE
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F-Lizenz DBS
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nein
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nein
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ja
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120 UE
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Ü-Lizenz LSB
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nein
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ja
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ja
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136 UE
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C-Lizenz Fachverband
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nein
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ja
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ja/nein
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16 -120 UE
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Erklärung:
nein = Teilnahme an diesem Block ist für die angegebene Personengruppe nicht erforderlich.
ja = Teilnahme an diesem Block ist für die Personengruppe erforderlich.
j/n = Einzelfallentscheidung
Quelle: Lehrgangsplan 2007 des Deutschen BerhindertenSportverbandes e.V. und dem National Paralympic Comittee Germany
Die Lungensportgruppe muss in einen (Reha-) Sportverein eingebunden sein
Die dritte Bedingung zur Qualitätssicherung, die hier besprochen werden soll und die wie die vorgenannten Punkte eine Voraussetzung dafür ist, die finanzielle Unterstützung der Krankenkassen zu erhalten, ist die Eingliederung der Lungensportgruppe in einen (Reha-)Sportverein, der seinerseits Mitglied des zuständigen Landesverbandes des DBS ist.
Damit soll die Überprüfbarkeit der Arbeit der Lungensportgruppe durch den Landesverband des DBS möglich gemacht werden. Schließlich sind die Landesverbände des DBS den Krankenkassen gegenüber verpflichtet, für die Einhaltung der Inhalte der Rahmenvereinbarungen zum Reha-Sport zu sorgen.
Auch bezüglich der Zugehörigkeit der Lungensportgruppe zu einem Sportverein ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, diese Voraussetzungen zu erfüllen.
A. Anschluss der Lungensportgruppe an einen bestehenden (Reha-) Sportverein:
Eine der Vorgehensvarianten empfiehlt, sich einem bestehenden (Reha-)Sportverein anzuschließen, der zum Landesverband des DBS gehört. Der Eintritt in den Sportverein sollte nicht nur für die Lungensportgruppe vollzogen werden, sondern auch für den die Gruppe leitenden Fachübungsleiter.
Es ist zu empfehlen, vor dem Beitritt zu klären,ob der Verein zuzüglich zur Krankenkassenunterstützung von
den Mitgliedern der Lungensportgruppe noch einen Mitgliedsbeitrag fordert und welche Sonderleistungen er dafür bietet (nur dann ist es nämlich zulässig, von den Lungensportgruppenmitgliedern neben dem Krankenkassenzuschuss einen weiteren finanziellen Beitrag zu ver-
langen).welche Anteile der Einnahmen,
die der Verein durch die Lungensportgruppe erzielt, beim Verein
verbleiben und welche der Lungensportgruppe zur Verfügung stehen.
B. Kooperation einer Klinik mit einem (Reha-) Sportverein zur gemeinsamen Begleitung in einer Lungensportgruppe:
Eine zweite Variante besteht in einem Kooperationsmodell zwischen einer Klinik/Reha-Klinik und einem (Reha-)Sportverein vor
Ort. In diesem Fall rekrutiert die Klinik die Patienten und ist unter Umständen in der Lage, Hallenkapazität, vielleicht sogar einen lizenzierten Fachübungsleiter aus der Gruppe der hausinternen Physiotherapeuten der Lungensportgruppe zur Verfügung zu stellen.
Der Verein übernimmt die Administration, die mit der Abwicklung des Lungensports und mit der Verwaltung der Lungensportgruppe verbunden ist. Beide gemeinsam - Klinik und Verein - treten nach außen auf, z.B. als Lungensportgruppe an der Klinik X im Sportverein Y in Musterstadt.
C. Eigenständige Vereinsgründung für die Lungensportgruppe:
Eine dritte Vorgehensvariante ist die Gründung eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins, der dem Landesverband des Deutschen Behinderten-Sportverbandes beitritt.
Für die Vereinsgründung sind gewisse Formalitäten einzuhalten, die jedoch in aller Regel einfach zu bewältigen sind. Sowohl die AG Lungensport in Deutschland e.V. als auch der DBS gibt Hilfestellung bei einer eventuellen Vereinsgründung.

Für Patienten
Kennen Sie das auch ?
Oft ist der Weg, den Sie gehen müssen, zu weit, die Tasche, die Sie tragen, zu schwer und die Treppe zu hoch und zu steil.
Allzu schnell ist man außer Atem, muss stehen bleiben und erst einmal Luft schöpfen.
Vieles wird anstrengend, man versucht, Anstrengungen zu vermeiden und wird darüber immer weniger belastbar.
So weit muss es nicht kommen! Zeigen sich Beschwerden dieser Art, muss man erst recht etwas dagegen tun !
Lungensport ist deshalb eine gute Möglichkeit, aktiv zu werden und aus der eingeschränkten Beweglichkeit herauszufinden.
Wer kann beim Lungensport mitmachen ?
Mitmachen können Patienten mit:
- Asthma bronchiale
- chronischer Bronchitis
- Lungenemphysem
- Lungenfibrose
- Mukoviszidose und
- Zustand nach Lungenoperationen
Jeder sollte sich aber vorher von seinem behandelnden Facharzt untersuchen lassen. Dieser "verordnet" dann die Teilnahme am Lungensport
Was soll mit Lungensport erreicht werden ?
Lungensport hat nichts mit Leistungssport zu tun; Lungensport will niemanden überfordern.
Beim Lungensport sollen:
- Atem- und Entspannungstechniken vermittelt werden,
- Ausdauer trainiert werden,
- Muskelaufbau gefördert werden,
- Muskelkraft gestärkt werden,
- Koordination der Bewegungsabläufe verbessert werden,
- Dehnungsfähigkeit hergestellt werden,
- Entspannungstechniken vermittelt werden.
Die Übungen dazu werden dem Alter und dem Schweregrad der Erkrankungen der Gruppenmitglieder angepasst.
Wodurch soll das erreicht werden ?
Viele Wege führen zum Ziel. Wichtig ist, dass die Übungen Spaß machen und keine Überforderung auftritt. Beim Lungensport gibt es keine allein "seeligmachende" Sportart. Geeignete Ausdauersportarten sind:
- Walking
- Joggen
- Laufen
- Tanzen
- Schwimmen
- Fahrradfähren
- Ergometertraining
Muskeltraining und Muskelaufbau kann auf mannigfache Art erreicht werden. Dabei ist die richtige Atmung, Ausatmung in der Anstrengungsphase, zu beachten.
Koordination und Geschicklichkeit können durch Spiele trainiert werden. Wobei bei ausgeprägten Wettkampfspielen zu beachten ist, dass es nicht zu Überforderungen kommt. Bei Sport im Freien muss überdies auf Allergien und Umweitbedingungen geachtet werden.
Empfehlungen zum Sport und zu körperlichem Training
In der ärztlichen Fachzeitschrift Pneumologie 2000; 54: 61-67 haben Prof. Heinrich Worth/Fürth, Dr. Andreas Meyer/Hamburg und andere unter dem Titel "Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga e.V." zum Sport und körperlichen Training bei Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen" eine Lanze für den Lungensport gebrochen.
Sie machen dabei deutlich, dass Lungensport sowohl für Patienten mit Asthma als auch für Patienten mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis mit und ohne Emphysem (COPD) sinnvoll ist. Sie beschreiben in den Empfehlungen die Einschuß und Ausschlußkriterien, aber auch angepassten Sportprogramm in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung sowie den Aufbau einer Trainingseinheit, die Trainingsintensivität und Trainingsdauer. Zuzüglich beschäftigen sie sich mit Fragen der Organisation der Sportgruppen, den damit verbundenen räumlichen und personellen Voraussetzungen sowie Fragen zur Finanzierung der Lungensportgruppen.
Den Abschluß der Veröffentlichung bilden Fragen zu Sicherheitsmaßnahmen und zu den Aufgaben des Arztes. Durch Umfang und thematische Gliederung und auf Grund der wissenschaftlichen Belege stellen die Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga e.V. eine umfassende und richtungsweisende Unterlage dar, die jeder Übungsleiter, jeder eine ambulante Lungensportgruppe begleitende Arzt, der seinen Patienten Lungensport verordnet, aber auch jeder interessierte Patient kennen sollte.
Nachfolgend geben wir einen Überblick über diese Empfehlungen, weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass die Originalfassung beim Kontaktbüro der AG Lungensport in Deutschland e.V. Wormser Straße 81, 55276 Oppenheim, Telefon 06133/20 23, Telefax: 06133/20 24 angefordert werden kann.
Den Teufelskreis durchbrechen
Am Anfang der Empfehlurigen machen die Autoren den Teufelskreis deutlich, der sich wie folgt beschreiben läßt:
"Atemnot unter Belastung führt zur Vermeidung körperlicher Anstrengungen, damit wird die Atemnot unter Belastung weiter verstärkt".
Sie zeigen auf, dass die körperliche Inaktivität zur Dekonditionierung d.h. zur Schwächung, des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur sowie zur Begünstigung einer Osteoporose führt.
Mit Hilfe einer gezielten Sport- und Bewegungstherapie kann eine solche Entwicklung vermieden werden: denn angepaßte Trainingsaktivitäten verbessern die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.
Da trotz der nachweisbaren und dokumentierten positiven Effekte von Sport und körperlichem Training die Zahl ambulanter Sportgruppen für Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen in Deutschland nach wie vor klein ist, sehen es die Autoren als ihre Aufgabe an, eine umfassende Stellungnahme in Form der vorliegenden Empfehlungen abzugeben.
Positive Effekte sind unübersehbar
in zwei gesonderten Abschnitten der Empfehlungen weisen die Autoren darauf hin, dass angepaßte Trainingsprogramme sowohl bei Patienten mit Asthma als auch bei Patienten mit obstruktiver Bronchitis mit und ohne Emphysem (COPD) zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führen.
Sie belegen das mit einer Reihe von Studien. So dokumentierten sie, dass beim Asthmatiker - wie auch beim Gesunden - das körperliche Training u.a. zu einem Anstieg der Sauerstoffaufnahme führt. Ein wesentlicher Effekt des Trainings ist auch in der Abnahme der Belastungsdyspnoe zu sehen, die ihrerseits eine zentrale Bedeutung für die Lebensqualität der Patienten hat.
Auch beim Patienten mit einer COPD läßt sich eine Steigerung der maximalen körperlichen Belastbarkeit feststellen. Die Gehstrecke, die in einer bestimmten Zeit zurückgelegt werden kann, wird größer, ebenso die Ausdauer bei Belastungen. Neben der Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit, reduzieren sich auch die krankheitsbedingten Symptome. Beides trägt zur Steigerung der Lebensqualität bei.
Das sind die Gründe dafür, dass Sport und körperliches Training heute fester Bestandteil der Rehabilitation sind.
Voraussetzungen sind zu beachten
Die Teilnahme an einer ambulanten Lungensportgruppe setzt voraus, dass vom Arzt geprüft wird, ob der Patient durch den Sport potentiell gefährdet wird.
Das heißt, die Teilnahme an solchen ambulanten Lungensportgruppen hängt vom Schweregrad der funktionellen Beeinträchtigung durch die obstruktive Atemwegserkrankung und von Begleiterkrankungen - insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems ab.
Deshalb ist eine ärztliche Untersuchung vor Aufnahme des Lungensports geboten.
Die Empfehlungen der Atemwegsliga enthält zu diesen Punkten ganz spezielle Hinweise für die behandelnden Ärzte, nennt sog. "Einschlußkriterien" zur Teilnahme an ambulanten Lungensportgruppen" in gleicher Weise wie "Ausschlusskriterien", die anzeigen, wer nicht bei ambulanten Lungensportgruppen mitmachen kann. Die Einzelheiten, die sich mit den Ein- und Ausschlusskriterien sowie mit der Einstiegsuntersuchung beschäftigen, spielen in den Empfehlungen eine zentrale Rolle und richten sich an die Ärzte, die Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen Lungensport in ambulanten Gruppen verordnen.
Angepasste Sportprogramme
Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung soll in den Gruppen das Sportprogramm ausgewählt werden.
Dabei spielt der Peak-Flow-Wert der Patienten bei der Beurteilung eine wichtige Rolle.
Erwachsene Asthma-Patienten, die bei ihren spirometrischen Untersuchungen mehr als 80% ihres alters/geschlechtsbezogenen Maximalwertes erreichen, empfehlen die Autoren, das übliche Breitensportangebot der örtlichen Sportvereine zu nutzen. Sie sollten darüber allerdings eine entsprechend lange Aufwärmphase von wenigstens 10 Minuten achten.
Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Wandern, Tanzen, Fahrradfahren oder Spielsportarten ohne Wettkampfcharakter sind Kampf- und Kraftsportarten vorzuziehen.
Asthma-Patienten mit 50-80% ihrer alters-/geschlechtsbezogenen maximalen Sollleistungen sind prädistiniert, in einer ambulanten Lungensportgruppe unter ärztlicher Betreuung mitzumachen.
Asthma-Patienten, die weniger als 50% ihrer Sollleistung erreichen, wird von den Autoren zunächst ein individuelles Programm zum Aufbau der Leistungsfähigkeit während einer stationären Rehabilitation empfohlen.
COPD Patienten leichten Schweregrades (FEV 1 > 60% des Sollwertes) empfehlen die Autoren das Training von Ausdauer und Koordination sowie Atemübungen in einer ambulanten Lungensportgruppe.
Bei mittleren Schweregraden (40% bis 60% FEV 1 des Sollwertes) sind oft bereits stärkere Limitierungen gegeben.
Deshalb empfehlen hier die Autoren Intervall-Training der Atem-, Arm- und Beinmuskulatur.
Diese Patienten können ambulanten Lungensportgruppen beitreten, die in Anwesenheit eines Arztes trainieren.
Aufbau einer Trainingseinheit
Ziel des Trainings in einer ambulanten Lungensportgruppe ist u.a. - so die Autoren - die bessere Bewältigung der Alltagsbelastung, der Abbau von Ängsten vor Belastungen und die Stärkung des Selbstbewußtseins. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die regelmäßige Teilnahme an den Übungsstunden notwendig.
Eine 60-Minuten-Trainingsstunde sollte wie folgt aufgebaut sein.
- Einleitungsphase
Gruppengespräch / Schulung / Peak-Flow-Messung
- Vorbereitungsphase
15 min. Aufwärmen / funktionale Gymnastik / Peak-Flow-Messung
- Hauptphase
20 min. Ausdauer- oder Koordinationstraining
- Nachbereitungsphase
10 min. Gymnastik Atemtherapie
- Ausklang
15 min. Entspannung / Dehnlagen
Peak-Flow-Messung
Insbesondere bei asthmakranken Kindern ist ein häufigeres Wechseln der Komponenten der Haupt- und Nachbereitungsphase (Intervallprinzip) sinnvoll. Die Ziele der einzelnen Phasen lassen sich dabei wie folgt skizzieren:
- Im Gruppengespräch wird der allgemeine Gesundheitszustand der Teilnehmer gezielt hinterfragt,
- während die Schulung der Information und Wiederholung von Selbsthilfemaßnahmen dient.
- Das eigentliche Training beginnt dann mit der Aufwärmphase. Sie dient - neben der Muskelerwärmung - vor allem der Anpassung der Atmung an eine höhere Belastung. Die damit verbundene Gymnastik konzentriert sich auf Kräftigungs- und Dehnungsübungen zur Verbesserung der Körperhaltung und Lösung der Verspannungen im Schultergürtel.
Die Inhalte der anschließenden Phase bestehen im Training von Ausdauer und Koordination. Das Training sollte daher zu Anfang eher einem Langzeitintervalltraining entsprechen, später in Dauertraining übergehen und nicht länger als 20 Minuten dauern.
Die abschließende Phase mit Gymnastik und Atemtherapie dient unter anderem auch der Beruhigung der Atmung und geht in eine Cool-Down-Phase über, mit der die Übungsstunde ausklingt.