
Inhalt: Lungensport wie geht das?

Wie geht das ?!
Was bringt Lungensport ?
Lungensport ist kein Leistungssport, ja nicht einmal das, was man unter Breitensport versteht. Patienten mit Asthma bronchiale aber vor allem solche mit COPD (=chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem) benötigen eine ganz spezielle Sport- und Bewegungstherapie,
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die sich ihrer Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit anpassen,
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die nicht überfordert, sondern ermutigt weiterzumachen,
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die eine verbesserte Belastbarkeit und eine spürbare Ausdauer erleben lässt,
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die das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe fördert,die obendrein noch Spaß macht.
Viele Mitglieder von Lungensportgruppen, die schon viele Wochen oder Monate mitmachen, berichten,
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dass sie beim Treppensteigen nicht mehr so schnaufen und auch nicht mehr so oft anhalten müssen,
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dass die Wege, die früher zu lang oder zu steil schienen, jetzt leichter zu bewältigen sind,
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dass sie beim Spazierengehen besser mit den anderen Schritt halten können und nicht mehr so oft stehen bleiben müssen - worüber sie sich oft genug geschämt haben,
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dass die Tasche, die es zu tragengilt, leichter scheint, obwohl sich an ihrem Inhalt nichts geändert hat.
Zwar hat sich die Lungenfunktion nicht wesentlich verbessert, aber durch die Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und durch die bessere Durchblutung der Muskulatur ist die Dekonditionierung durchbrochen worden. Es ist doch so wie Betroffene es nur zu gut kennen: Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen - also mit Asthma oder COPD - kommen unter körperlichen Belastungen relativ schnell in Atemnot. Das veranlasst diese Patienten solchen Belastungen auszuweichen - und mögen sie noch so gering sein! Sie fahren mit dem Fahrstuhl oder benutzen die Rolltreppe, statt die Treppen hinauf zu gehen; sie fahren selbst die kleinsten Strecken mit dem Auto, statt zum Zeitungsstand zu Fuß zu gehe n. Die Belastungsreduzierung bewirkt aber, dass nun die Atemnot schon unter noch geringer Belastung auftritt. Mit ihrem Verhalten setzen diese Patienten einen Teufelskreis in Gang, der zur Verschlechterung der Situation ganz erheblich beiträgt. Die Kondition dieser Patienten geht Schritt für Schritt nach unten - sie sind schließlich dekonditioniert. Mit den gezielten und der Krankheitssituation des Einzelnen angepassten Trainingsmaßnahmen des Lungensports kann diese Negativentwicklung durchbrochen werden. Die Patienten selbst, denen ja Begriffe wie FEV 1 oder auch Dekonditionierung wenig sagen, erleben die Verbesserung ihrer Situation dadurch, dass sie mit den Belastungen des täglichen Lebens zwar oftmals immer noch nicht problemlos, aber doch spürbar besser zurecht kommen. Lungensport, so sagen die erfahrenen Lungensportler, ist wenig belastend, gut an den Möglichkeiten der Patienten orientiert und bringt viel - man muss nur dabei bleiben und regelmäßig mitmachen: Woche um Woche, Monat um Monat!
Wie geht Lungensport?
Anders aber als anderswo und verständlich für jedes Gruppenmitglied ist der Beginn des Zusammenseins, durch die Besonderheiten der Erkrankung bestimmt. Hier stehen eben andere, für die Gruppe der Atemwegspatienten und Lungenerkrankten relevante Positionen im Vordergrund, bevor mit dem Lungensport begonnen werden kann:
- Man spricht über das, was in der letzten Woche - bezogen auf die Krankheit - wichtig war
- Man spricht über seine Befind-
lichkeit gerade bei Beginn der Übungsstunde.
- Man misst den Peak-Flow und setzt den Pulsoximeter ein.
Abhängig vom so ermittelten aktuellen Gesundheitszustand - oder soll man besser Krankheitszustand sagen - wird entschieden, ob der Betreffende beim Lungensport mitmachen oder diesmal besser aussetzen sollte. Und noch etwas wird - sofern die Zeit dafür überhaupt noch bleibt - getan, was sich sicher in gleicher Weise vom Sport in anderen Sportgruppen unterscheidet und hier deshalb Erwähnung finden sollte:
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Es werden offene Fragen beantwortet
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bezüglich des Sports vom Fachübungsleiter
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bezüglich der Krankheit und deren Therapie vom Arzt, der die Gruppe begleitet und sich ab und zu - in unregelmäßiger Folge - mit der Gruppe trifft.
So lässt sich sicher das eine und andere beantworten und klären, wenngleich diese Informationen natürlich nicht eine strukturierte Patientenschulung ersetzen können. Damit die Übungsstunde von Woche zu Woche variiert, werden unterschiedliche Trainingsaktivitäten angeboten. Die Zusammenstellung der Aktivitäten über längere Zeiträume verfolgt allerdings die Erreichung eines therapeutischen Zieles.
Dazu kommen u. a. zum Einsatz:
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Gymnastik
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Koordinationstraining
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Krafttraining
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Ausdauertraining
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Beweglichkeitstraining
Zusätzlich werden Gruppenspiele durchgeführt. Auch dabei ist Abwechslung notwendig. Für alle vorgenannten Aktivitäten benötigt man freie Hallenkapazität. Diese zu beschaffen erweist sich oft als schwierig.
Ergänzend zum Training in der Halle lohnt es sich - wenigstens im Sommer und nicht gerade, wenn die Pollen fliegen - einmal pro Woche etwas im Freien zu planen: Walking bietet sich dafür an. In der Tat gibt es eine Reihe von Gruppen, die zusätzlich zum Standardtraining in der Halle Nordic Walking oder andere Aktivitäten im Freien anbieten.

Übungseinheit
So machen wir Lungensport: Aus der Sicht einer Übungsleiterin
Viele Atemwegserkrankte denken, sie müssten sich dem Sport völlig entziehen - aber im Gegenteil, die Leistungsschwäche, die sie an sich feststellen, geht auf den Bewegungsmangel aus Angst, sich zuviel zuzumuten, zurück. Wenn sie also an einem modifizierten "Training" teilnehmen, welches auf ihre Krankheit abgestimmt ist, können sie durchaus Verbesserungen in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit feststellen. Vor allem wird das Herz-Kreislauf-System geschult und die Halte- und Stützmuskulatur gekräftigt. Weitere positive Aspekte, die sich im Alltag auswirken, möchte ich nur aufzählend nennen:
- Steigerung der Belastbarkeit und Erhöhung der Leistungsfähigkeit (auf jeder Ebene: psychisch, physisch, kognitiv);
- Verminderung der Atemnot und Stabilisierung der Erkrankung;
- Verbesserung des Allgemeinzustandes;
- Erhöhung der Lebensqualität;
- Einbindung in eine Gruppe gleichartig Erkrankter und Aufbau neuer Kontakte;
- Freude an der Bewegung und Ermutigung, sich in der Freizeit selber sportlich zu betätigen.
Um den Sport in einer "Lungenstunde" nicht immer nur von seinen theoretischen Seiten zu beleuchten, möchte ich im Folgenden eine Einheit exemplarisch vorstellen. Eine Übungseinheit dauert 90 Minuten. Wichtig ist der Aufbau einer Stunde: sie gliedert sich in eine Aufwärmphase, eine Gymnastikphase, eine Ausdauerphase, eine Spielphase und eine Entspannungsphase.
- Die Aufwärmphase,
die ca. 20 Minuten beansprucht, beinhaltet verschiedene Gehformen mit und ohne Gerät, Partnerübungen (in denen die Teilnehmer sich selbst kreativ mit einbringen können), verschiedene spielerische Variationen mit dem Gerät und kleine Gruppenwettkämpfe. Es gibt extra Kleingeräte, wie z.B. ein Sandsäckchen, ein weiches, elastisches Tuch, einen Stab, einen Gymnastikball, ein Schwungtuch etc. Jedes einzelne Gerät hat einen ganz besonderen Aufforderungscharakter.
- Die Gymnastikphase
dauert ca. 20-30 Minuten; hier erfolgt ein Muskelaufbau- und Kräftigungstraining. Meistens wird es mit einer Matte als Untergrund ausgeführt. Die verschiedenen Muskelgruppen sollen gekräftigt werden, wie zum Beispiel die Rumpfmuskulatur (Rücken, Bauch, Schultern), die eine bedeutende Rolle für die richtige Atmung spielt. Aber auch Atemgymnastik und Dehnübungen, besonders für den Schulterbereich, sind in dieser Phase von großer Bedeutung.
- Die Ausdauerphase
ist so gestaltet, dass die Teilnehmer meist in drei Zeitintervallen (in länger bestehenden Gruppen, die sich "fitter" fühlen, sind es mehr Zeitintervalle) belastet werden, d.h. 1 Minute Laufen oder strammes Gehen, 1 Minute Gehpause mit Atemübungen; 2 Minuten Laufen oder strammes Gehen, 2 Minuten Gehpause mit Atemübungen; 3 Minuten Laufen oder strammes Gehen, 3 Minuten Gehpause mit Atemübungen und Dehnübungen für die beanspruchte Muskulatur. Diese Ausdauerphase muss nicht unbedingt nach diesem Schema ablaufen, sie kann auch Ausdauerspielformen beinhalten, wie zum Beispiel ein Ball-Nachlauf-Spiel. Bei Ausdauer-Spielen merken die Teilnehmer meist die Intensität der Belastung nicht so sehr. Das ist für die Motivation zwischendurch ganz wichtig.
- Die Spielphase,
die sich variabel die Zeit mit der Entspannungsphase teilt, beansprucht meist 15-20 Minuten. In dieser Phase soll hauptsächlich der Spaß an der Bewegung vermittelt und der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gefördert werden, aber auch feinmotorische und kognitive Fähigkeiten werden geschult. Spiele, wie "Ball über die Schnur" oder "Kegeln" sind erfahrungsgemäß die Favoriten.
- Die Entspannungsphase
ist gekennzeichnet durch gegenseitige Igelball-Massage, Entspannungsgeschichten oder progressive Muskelentspannung. Sie ist als Ausklang der Stunde für etwa 10-15 Minuten eingeplant. Mit diesem Artikel möchte ich alle ermutigen, die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicher sind, ob sie nun Sport treiben sollen oder lieber nicht. In einer fachlich geleiteten Gruppe, in der auf die speziellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen wird und man selber seine Belastungsintensität steuern kann, braucht man auch keine Angst davor zu haben, sich unwohl oder überfordert zu fühlen. Es macht sehr viel Spaß und gleichzeitig tut man - fast nebenbei - etwas für seine Gesundheit. Also, machen Sie sich kundig über eine Gruppe in Ihrer Nähe und fangen Sie an, sich mit ihrer Erkrankung wohl zu fühlen. Denn eines ist sicher, die Bewegung wird ihre Lebensqualität verbessern.
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Nicole Hensler Anzengasse 34 55128 Mainz
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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Erfahrungen
So erleben wir Lungensport: Aus der Sicht der Patienten
Gedanken zum Lungensport Auch wenn einige Asthmatiker noch Hochleistungssport betreiben, ist beim Gros der Patienten mit Asthma, obstruktiver Bronchitis und/oder eingeschränktem Blutgasaustausch eine körperliche Betätigung nur in eingeschränktem Maß möglich. Angemessener Sport in einem normalen Sportverein ist deshalb wegen des oft mangelnden Angebots spezieller Gruppen für Patienten mit Atemwegserkrankungen bzw. schneller Überforderung in der regulär geleiteten Sportgruppe nicht möglich. Um so wichtiger ist das Angebot einer Lungensportgruppe, in der Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion einer, auf ihr Leistungsvermögen ausgerichteten, sportlichen Betätigung mit "Gleichgesinnten" nachgehen können. In der Zeit von September 1999 bis Juni 2000, in der ich am Lungensport in Mainz teilgenommen habe, hat sich zwar meine Lungenfunktion nicht wesentlich verändert, das allgemeine Wohlbefinden sich jedoch deutlich verbessert. Durch die regelmäßigen Übungen hat sich das Ausdauervermögen gesteigert, die Beweglichkeit des Körpers durch die Gymnastik verbessert, die Kraft in Armen und Beinen erhöht - und vor allem habe ich meine Leistungsgrenzen kennen und besser einschätzen gelernt. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass man gemeinsam mit anderen Betroffenen Sport treibt und man sich so selbst mehr abverlangt und zutraut. Sport in der Gruppe spornt und treibt an und schiebt die Leistungsbereitschaft nach oben. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz und lässt manche "Quälerei" (positiv gemeint) leichter ertragen. Das wird besonders bei unserem beliebten "Ball über die Schnur" oder der "Igel-Massage" deutlich. Wichtig ist für mich dabei auch die Anwesenheit eines Arztes in der benachbarten Koronarsportgruppe, der bei einer eventuellen Überlastung oder akut eintretender Atemnot Hilfe leisten kann, was aber auch wegen der speziellen Ausbildung der Übungsleiter für Lungensport noch nicht nötig war. Als Fazit kann ich sagen, dass sich durch den Sport in der Lungensportgruppe mein Wohlbefinden und meine Leistungsfähigkeit verbessert haben. Ich bin deshalb sehr an der Fortführung der Lungensportgruppe interessiert. Wir sollten den selben Stellenwert in der Prävention und Rehabilitation erhalten wie die Koronargruppen, um uns und zukünftigen Patienten eine regelmäßige sportliche Betätigung unter fachlicher Anleitung zu ermöglichen.
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Alfons Grieger Mittelweg 12 55294 Bodenheim
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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Erfahrungen mit Lungensport Asthma hatte ich schon als Kind, behandelt wurde das Ende der 40er Jahre nicht. Als einzige Vorbeugungsmaßnahme galt das Vermeiden von körperlicher Anstrengung; meine Schulsporterfahrungen enden denn auch mit dem 4. Schuljahr. Später hatte ich viele fast beschwerdefreie Jahre, in denen ich einige Versuche machte, die versäumte körperliche Betätigung nachzuholen. In "normalen" Sport- oder Gymnastikgruppen zeigte sich allerdings, dass meine Atemluft sehr schnell viel zu knapp wurde und dazu der entwöhnte Kreislauf verrückt spielte. Vor einigen Jahren setzten die Asthma-Probleme mit voller Schärfe wieder ein. Bei inzwischen systematischer Behandlung ließen die Anfälle zwar nach, aber die physische Leistungsfähigkeit wurde immer miserabler. Die Möglichkeit, an der neuen Lungensportgruppe teilnehmen zu können, kam mir daher sehr gelegen. Anfängliche Skepsis nach den früheren trüben Erfahrungen zerstreuten sich schnell: alle Teilnehmer hatten schließlich mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, und die Übungen waren genau auf uns und unsere Krankheit zugeschnitten. Schon nach gut einem halben Jahr, spürte ich die positive Wirkung deutlich: Treppensteigen, Wege bergauf und viele alltägliche Anstrengungen werden leichter. Dazu kommt eine gute Portion Spaß in der Gruppe, wertvolle Erfahrungen und Informationen im gemeinsamen Gespräch - ich fühle mich einfach besser und leistungsfähiger.
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Ingeborg Düsing Goethestraße 2 55246 Zornheim
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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Meine Erfahrungen in der Lungensportgruppe Im Frühjahr 1999 erfuhr ich durch die Zeitung, dass in der Rheingoldhalle Mainz eine Informationsveranstaltung zum Thema Lungensport stattfinden würde. Da ich schon länger an einer Sportgruppe interessiert war, besuchte ich die damalige Veranstaltung. Danach war für mich klar: Da musst du mitmachen. Nach wenigen Wochen fand dann ein Schnupperkurs in einer Sporthalle der Universität Mainz statt. Wir machten dort ein paar Aufwärm- und Gymnastikübungen und ich trug mich in eine Liste ein, um an der Lungensportgruppe verbindlich teilnehmen zu können. Mitte August bis Mitte September 1999 befand ich mich dann für vier Wochen zur Kur in Bad Sooden-Allendorf. Dort konnte ich auch an Sportübungen und am Ergometer-Training teilnehmen. Dadurch bekam ich dann auch schon eine bessere Fitness und eine bessere Atmung. Kaum aus der Kur zurück, begann am 27. September 1999 die Lungensportgruppe in der Universität Mainz. Am Anfang waren wir immer so zwischen 18 und 20 Personen aus unterschiedlichen Altersschichten. Zu Beginn der Übungsstunden machten wir immer eine kurze Aufwärmphase mit Gehen oder kleinen Spielen mit einem Ball oder einem Tuch. Weiter ging es mit einer Gymnastikphase, bei der wir zu den einzelnen Übungen auch die richtige Atemtechnik trainierten. Durch unseren ersten Trainer Dirk Augustin hatten wir sehr viel Spass in den Übungsstunden, und schon nach wenigen Wochen waren wir eine richtig gute Clique geworden. So war es immer wieder schön, am Montag mit einer guten Lungensportgruppe zusammen zu kommen und etwas für unsere Gesundheit zu tun. Nach den Gymnastikübungen beginnt die Ausdauerphase von mittlerweile ca. 15-20 Minuten mit schnellerem Laufen, meist gepaart mit einem Spiel, um es etwas abwechslungsreich zu gestalten. Am Anfang begannen wir mit 5 Minuten Ausdauertraining. Mit der Zeit sind aber alle viel leistungsfähiger geworden. Anschliessend machten wir noch ein Spiel. Seit mehreren Wochen spielen wir "Ball über die Schnur", was den meisten Spaß bringt, da wir mittlerweile alle sehr gut spielen können. Zum Abschluss gibt es eine Cool-Down-Phase mit Igelball-Massage, einer Geschichte oder Entspannungsübungen. Danach gehen wir dann sehr zufrieden nach Hause und freuen uns schon auf die nächste Woche. Mitte April endete die erste Phase unserer Zeit in der Lungensportgruppe, wir hatten keine Halle mehr, da nun unsere Nachfolger trainierten, und so fiel es zunächst mal für ca. 6 Wochen aus - bis wir dann mit der neuen Gruppe zusammen wieder montagabends trainieren konnten. Seit mittlerweile vier Wochen sind wir mit dabei, und mit der neuen Trainerin Nicole Hensler läuft der Sport so gut wie in der alten Gruppe. Wir verstehen uns auch wieder sehr gut. Als Fazit kann ich behaupten, dass mir die Lungensportgruppe sehr viel gebracht hat. Ich habe eine wesentlich bessere Ausdauer und habe meine bisherigen Atemtechniken verbessert. Wenn die Lungensportgruppe einmal ausfiel, z.B. wegen eines Feiertags, machte sich dies sofort in der Fitness bemerkbar. Das regelmäßige Training ist sehr wichtig, und man muss schon am Ball bleiben. Ich hoffe, dass noch mehr Personen in solchen Lungensportgruppen teilnehmen können und es auch Hallen und Trainingszeiten geben wird, die für diese Leute dringend gebraucht werden. In meiner Freizeit habe ich auch mit dem Radfahren angefangen - aber in der Gruppe macht der Sport doch mehr Spaß.
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Thomas Schreiber Chattenstraße 64 55130 Mainz
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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Ein "JA" zum Lungensport Im Rahmen von "Direkt gefragt" in der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom Juni 1999 wurde ich auf den Lungensport aufmerksam. Ich habe eine chronische Sarkoidose und ein hyperreagibles Bronchialsystem und werde wegen dieser Beschwerden seit 1987 in der Uni-Klinik Mainz behandelt. Durch die Beeinträchtigungen infolge meiner Krankheit haben meine sportlichen Aktivitäten immer mehr abgenommen, mein Gewicht steigerte sich zunehmend und meine Erfahrungen in verschiedenen Gymnastikgruppen waren deprimierend, weil ich wegen meiner Atemnot in kürzester Zeit total erschöpft war und nur noch wie eine Dampflock schnaufte. Auch hatte ich niemals das Gefühl einer angenehmen Erschöpfung, sondern benötigte lange Zeit, um mich von den gymnastischen Anstrengungen zu erholen. Im Rahmen meiner Rehabilitationskuren habe ich festgestellt, dass es sehr wohl möglich ist, auch mit meinen Beschwerden Sport zu treiben. Als ich von der Aktion "Lungensport" hörte, war ich geradezu glücklich, und ich konnte gleich in die Pilotgruppe einsteigen. Das Resultat nach bereits einem halben Jahr war überraschend. Konnte ich doch anfangs gerade eine Runde schnaufend bewältigen, bin ich heute in der Lage, fünf Runden zu drehen. Ich werde also eisern dabei bleiben und so meine körperliche Verfassung verbessern und laufend steigern. In unserer Gruppe werden wir zur Zeit von einer Übungsleiterin aus dem Fachbereich Sport der Universität Mainz trainiert. Diese Trainerin ist jung, motiviert und ansteckend fröhlich. Wir beginnen mit einer Aufwärmphase, dann folgt ein Ausdauertraining und zum Schluss wird unser Spieltrieb - beispielsweise durch Ballspiele - gefördert. Gern lassen wir uns auch auf Entspannungsübungen ein. In keinem Bereich werden wir überfordert - jeder teilt selbst seine Kraft und Ausdauer ein, so dass sich niemand überfordert fühlt. Meine persönliche Erfahrung zum Schluss: Ich werde gefordert, ich kann sportliche Leistungen erbringen, ich fühle mich angenehm erschöpft und - nicht zu vergessen - es macht Spaß, in dieser homogenen Gruppe zu sein.
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Hela Hambrock Am Huhlchen 15a 55130 Mainz
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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"Ja, noch einmal!" So oder ähnlich würde die Antwort der Teilnehmer und Mitglieder des Kurses "Lungensport" des Vereins "Gesundheit für Alle" lauten, wenn sie die Frage beantworten müssten, ob sie sich dieser Initiative noch einmal anschließen würden. Aus der im Juli 1999 von der "Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V." und der "AG Lungensport in Deutschland e.V." in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Sport der Universität Mainz gestarteten Aktion "Lungensport in Mainz" sind inzwischen stabile Sportgruppen geworden, die sich einmal in der Woche zum gemeinsamen, angemessenen sportlichen Fitness-Training für die Lunge treffen. Diese gezielte Sport- und Bewegungstherapie, gepaart mit Bewegungsspaß und viel Verständnis untereinander, wird angeleitet durch speziell ausgebildete Trainer des Fachbereiches Sport der Universität Mainz. Jeder Teilnehmer stellt sich entsprechend seiner persönlichen Leistungsfähigkeit auf die jeweiligen Übungen ein. Das Gemeinsame der Gruppenmitglieder ist ihre Krankheit. Hier dreht es sich fast immer um einen Defekt der Lungenfunktion, z.B. Asthma oder chronische Bronchitis. So war es für die Einzelnen der heutigen Gruppen im Juli 1999 eine willkommene Gelegenheit, das zielgerichtete sportliche Angebot der Initiatoren, "Lungensport" betreiben zu können, anzunehmen. Die Gruppenmitglieder bestätigen heute, die wöchentlichen Übungsstunden, die für jeden schon fester Wochenbestandteil geworden sind, gerne zu besuchen. Sie sind auch der Meinung, dass sie diese sportlichen Aktivitäten im Laufe der Zeit gesundheitlich weiter gebracht haben. In Klarschrift heißt das, dass bei den Teilnehmern das gute Gefühl vorhanden ist, sich etwas stärker körperlich belasten zu können als vorher. Die Gruppenmitglieder möchten an dieser Stelle den Initiatoren des "Lungensports" und auch dem Verein "Gesundheit für Alle Universität Mainz e.V." für die bisherige, sehr positive Entwicklung danken und sie darin bestärken, den Lungensport in Mainz weiter zu fördern. Der Dank der Gruppen gilt auch den jederzeit freundlichen und verständnisvollen Trainern, denen die Gruppen Kompetenz bestätigen.
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Hans Willmann Im Münchfeld 71 55122 Mainz
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Quelle: Luftpost Sonderausgabe zum Lungentag 2000
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