A

Adrenalin

Körpereigenes im Nebennierenmark hergestelltes Hormon, das Überträgerstoff von Reizen im sympathischen Nervensystem ist. Es bewirkt: Beschleunigung der Herztätigkeit, Anstieg des Blutdrucks, Verengung der Gefäße, Erweiterung der Bronchien und Beeinflussung von Stoffwechselvorgängen. Es wird zur Behandlung von Schockzuständen eingesetzt. Adrenalin ist Grundsubstanz der sogenannten Adrenergika.

Adrenergika

Medikamentengruppe, die wegen ihrer erweiternden Wirkung auf die Bronchien eine große Bedeutung für die Behandlung von Asthma bronchiale und COPD hat. Sie werden auch Sympathomimetika bzw. Betamimetika genannt. Adrenergika gibt es als langwirkendes (= Dauertherapie) sowie auch als schnellwirkendes Spray oder Pulver (= Notfallspray). Darüber hinaus gibt es Adrenergika als Tabletten, auch als sogenannte Retard-Tabletten. Dies sind Tabletten, deren Wirkung lange anhält. Adrenergika werden bei der Behandlung von Asthma bronchiale und der COPD eingesetzt.

Aerosol

Feiner Nebel mit kleinsten Teilchen, die im Nebel schweben. Das Teilchen-Nebel-Gemisch wird bei medizinisch verwendeten Aerosolen durch „Treibgase“ erzeugt. Aerosole können für die Verabreichung von inhalierbaren Medikamenten verwendet werden.

Aerosoltherapie

Eine lokale Therapieform, bei der die in einem Sprühnebel feinst verteilten Arzeneistoffe (Aerosol) beim Einatmen direkt in die Bronchien gelangen und so den Wirkort schnell und zielgenau erreichen. Der Vorteil dieser Therapie ist eine schnelle und lokale Wirkung am Zielorgan, wobei die Dosis entsprechend niedrig gehalten werden kann.

AG Lungensport

Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss von Personen und Institutionen zur Förderung der Bewegungstherapie und des körperlichen Trainings für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Die Verbesserung der Belastbarkeit durch regelmäßiges körperliches Training ist neben der medikamentösen Therapie ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Behandlung. Die AG Lungensport fördert, berät und unterstützt aktiv beim Aufbau und der Umsetzung von Lungensportgruppen in Deutschland. Ein Verzeichnis der Lungensportgruppen findet sich unter: Lungensport-Register

Akute Bronchitis

Die akute Bronchitis wird auch als „Erkältung“ oder „Infekt“ bezeichnet. Tritt sie gehäuft auf, so kann das bereits der Einstieg in eine chronische Bronchitis sein und sollte Anlass sein, einen Facharzt aufzusuchen.

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Der Mangel eines bestimmten Eiweißstoffes - des 1-Antitrypsins - ist bei einer relativ kleinen Gruppe von Patienten mit Emphysem (1%) für diese Erkrankung verantwortlich. Die Erkrankung wird vererbt und führt zum Abbau von Lungengewebe vor allem durch Rauchen und durch die bei Infekten vermehrt auftretenden eiweißabbauenden Enzyme.

Alveolen

Alveolen (Lungenbläschen) sitzen am Ende der feinsten Verzweigungen der Bronchien, der sogenannten Bronchiolen, und sind das Ende des fein verästelten Bronchialbaums. Alveolen sehen wie winzige Beeren einer Weintraube bzw. wie kleine elastische Schaumbläschen aus. In den Alveolen findet der Gasaustausch zwischen der Außenwelt (vertreten durch die Lunge) und dem Körper (vertreten durch sehr feine Äderchen, die die Alveolen umschließen) statt. Den eingeatmeten Sauerstoff nehmen diese kleinen Blutgefäße (Kapillaren) auf und bringen ihn über das System der Adern zu allen Zellen des menschlichen Körpers. Das Kohlendioxid, das im Körper im Rahmen der Stoffwechselvorgänge entsteht, geben die Kapillaren an die Alveolen ab, damit es ausgeatmet werden kann.

Ambulante Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen, die wohnortnah / vor Ort angeboten werden.

Siehe Rehabilitationsmaßnahmen; Lungensport

Ampelsystem

Ein individuelles Kontrollsystem zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs und zur kontinuierlichen Überprüfung der medikamentösen Einstellung mit Hilfe eines Peak-Flow-Meters. Der Patient ermittelt eigenständig und protokolliert dabei regelmäßig seinen Peak-Flow-Wert. Liegt der gemessene Wert bei 80-100 % des vorab mit dem behandelnden Arzt festgelegten Bestwertes, ist alles in Ordnung, die Ampel zeigt grün. Ein Wert zwischen 50-80% des Bestwertes bedeutet, dass die Ampel auf gelb steht und eine vorher vereinbarte Anpassung, z.B. in Form einer Erhöhung der Medikamentendosis, erforderlich wird. Liegt der gemessene Wert unter 50% des Bestwertes, kann es zu einer Notfallsituation kommen, die Ampel zeigt rot. Es besteht akuter Handlungsbedarf gemäß eines vorher festgelegten Notfallplanes.

Analgetika

Arzneimittel zur Schmerzbekämpfung

Anaphylaktische Reaktion

Rasches Einsetzen einer bedrohlichen allergischen Reaktion. Sie kann zum Kollaps und zu einem Schock führen (anaphylaktischer Schock). Bei fehlender ärztlicher Hilfe besteht die Gefahr, dass der Patient im anaphylaktischen Schock stirbt.

Antibiotika

Spezielle Medikamentengruppe, die bei durch Bakterien hervorgerufenen Krankheiten eingesetzt wird. Die krankheitsverursachenden Bakterien werden bei dieser Behandlung entweder abgetötet oder an der Vermehrung gehindert. Antibiotika sind bei einer Virus-Infektion z.B. im Rahmen einer Erkältung wirkungslos, können aber beispielsweise zur Bekämpfung einer dazukommenden bakteriellen Infektion - sogenannte „Superinfektion“ - eingesetzt werden und verhindern so eine weitere Verschlechterung. Insbesondere bei Atemwegs- und Lungenkrankheiten kommt den Antibiotika daher eine besondere Rolle zu.

Anticholinergika

Substanzen, die atemwegserweiternd wirken, die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur lösen und die übermäßige Schleimproduktion mindern. Anticholinergika werden häufig bei der Asthma- und COPD-Therapie eingesetzt.

Antitussiva

Substanzen, die geeignet sind, den Husten zu stillen.

Apnoe

Atemstillstand, Atemlähmung

Arteriolen

Extrem kleine Blutgefäße (Arterien)

Asthma

Siehe Asthma bronchiale

Asthma bronchiale

Das Wort „Asthma“ ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet in etwa „Keuchen“ oder „schweres Atmen“. Asthma bronchiale ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte, also chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Aufgrund von Überempfindlichkeitsreaktionen (Hyperreagibilität) des entzündeten Bronchialsystems gegenüber äußeren Reizen kommt es zu einer Verengung der Bronchien und in der Folge zu Atemnot, Husten und pfeifenden Atemgeräuschen. Grundsätzlich unterscheidet man allergische und nicht-allergische Formen des Asthmas. Zur medikamentösen Therapie stehen vor allem entzündungshemmende und gegebenenfalls bronchienerweiternde Arzneimittel in oraler Form oder als Inhalationssystem zur Verfügung. Beim allergischen Asthma sollten darüber hinaus die entsprechenden auslösenden Reize wie Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben und andere Allergene gemieden werden. Auch andere äußere Reize wie Zigarettenrauch, Smog, Küchendämpfe, Lösungsmittel, Kälte und Anstrengungen sowie Stress gilt es zu vermeiden (nicht-allergisches Asthma).

Atembewegungen

Die physiologische Atembewegung setzt sich aus einer Kombination von Bauch- und Brustatembewegungen zusammen.

Atemerleichternde Körperhaltungen

Es gibt ganz bestimmte Körperhaltungen oder Körperstellungen, die das Atmen erleichtern. Die Bekanntesten sind:

  • Seitenlage im Bett, auf der Liege / Couch
  • Kutschersitz
  • Reitsitz
  • Torwartstellung
  • Abstützen im Stehen (mit einer Hand oder dem Ellenbogen an einer Wand oder an einem Baum leicht abstützen)
Atemfrequenz

Anzahl der Atemzüge pro Minute. Ein Atemzug umfasst eine Ein- und eine Ausatmung.

Atemgymnastik

Sie umfasst eine große Anzahl von Übungen zur Verbesserung der Atmung. Bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen ist die aktive Mitarbeit der Patienten wichtig. Dazu gehört, dass der Patient physiologisch richtig atmet. Dafür sollte die gesamte Atemmuskulatur regelmäßig trainiert sowie die Zwerchfell-(Bauch-)Atmung, Brustatmung und Flankenatmung bewusst geübt werden. Darüber hinaus sollten atemerleichternde Techniken und Körperhaltungen eingeübt werden. Für COPD-Patienten ist es wichtig, Übungen zu erlernen, die geeignet sind, das gestaute Bronchialsekret besser abzuhusten (Klopfmassage/Lagerungsdrainage). Siehe Atemtherapie

Atemhilfsmuskulatur

Für die normale Atmung in Ruhe sind das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur verantwortlich. Bestimmte Muskeln unterstützen mechanisch die erschwerte Atmung. Bei der Einatmung helfen Muskeln zwischen Kopf und Brustkorb, bei der Ausatmung einige Muskeln zwischen Becken und Brustkorb.

Atemmuskeltraining

Die Atemhilfsmuskulatur unterstützt die Atmung. Es ist sinnvoll, diese Muskulatur zu trainieren, um im Notfall mehr Kraft zum Atmen zu haben. Dies kann durch gezieltes und regelmäßiges körperliches Training, z.B. im Rahmen des Lungensportes, erreicht werden. Als Übungen bieten sich u.a. an: Drehen des Oberkörpers, Rückenübungen (z.B. Abrubbeln des Rückens mit einem Handtuch) sowie Rumpfbeugen.

Atemnot

Atemnot gehört wie der Schmerz zu den elementaren Empfindungen des Menschen. Es handelt sich dabei um ein subjektives Missempfinden in Folge einer erschwerten Atmung. Die Beurteilung der Atemnot, z.B. anhand einer entsprechenden Messskala, erfolgt individuell durch den Patienten. Neben den Atemwegs- und Lungenkrankheiten gibt es eine Vielzahl weiterer Ursachen, die eine Atemnot hervorrufen können.

Atemnotanfall

Anfallsweise auftretende Atemnot, die von leichten bis schweren Beschwerden reichen kann.

Atemphysiotherapie

Siehe Atemtherapie

Atemstoßtest

Ein Test, der die Einsekundenkapazität misst. Dabei wird die Luftmenge gemessen, die bei kräftiger Ausatmung in einer Sekunde ausgeatmet/ausgestoßen werden kann. Der Wert ist bei Asthma bronchiale und COPD durch die Verengung der Bronchien vermindert.

Atemtechniken

Je nach Atemfunktionsstörung werden in der Physiotherapie unterschiedliche Atemtechniken angewandt. Sie sollen zu einer Erleichterung der Atmung führen. Ein- und Ausatemtechniken sowie Techniken zur Befreiung der Atemwege von zähem, krankhaft verändertem Schleim gehören dazu. Die bekannteste Atemtechnik bei beginnender Atemnot ist die sogenannte Lippenbremse. Sie verhindert das Zusammenfallen der Atemwege.

Atemtherapie

Die Atemtherapie ist ein Bestandteil der Physiotherapie. Ziel physiotherapeutischer Atemtherapie ist die bestmögliche Wiederherstellung und Erhaltung einer uneingeschränkten Atmung. Behandlungstechniken basieren auf anatomisch-physiologischen und pathophysiologischen Grundlagen. Dies sind Techniken zur Beeinflussung der Ein- und Ausatmung, der Sekretbewegung, des Hustens, der Brustkorbmobilität und der Atemmuskelkraft. In Abhängigkeit von Art und Befund der Atemfunktionsstörung werden die individuellen Therapieziele festgelegt.

Atemwegsobstruktion

Verengung des Bronchialsystems durch Krampf der Bronchialmuskulatur, Schleimhautschwellung, Verlegung durch zähen Schleim, Fremdkörper. Aufgrund der Behinderung des Luftstroms durch die Bronchien tritt Atemnot auf.

Atemwegsspiegelung

Siehe Bronchoskopie

Atemzugvolumen

Das Atemzugvolumen bezeichnet die Menge an Luft, die man pro Atemzug ein- und anschließend wieder ausatmet. Bei einem Erwachsenen beträgt sie in Ruhe zwischen 0,4 und 0,6 Liter.

Atopie

Eine erblich bedingte Allergieneigung. Sie beginnt meist in der Kindheit mit verschiedenen Allergien, wie z.B. Heuschnupfen, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien.

Auswurf

Bezeichnet den beim Husten ausgespuckten Schleim. Andere Bezeichnungen dafür sind: Sekret, Bronchialsekret oder Sputum. Das Bronchialsystem von Patienten mit COPD (aber auch das von Asthma -Patienten) produziert wesentlich mehr Schleim als dies bei Gesunden der Fall ist. Der Schleim ist in der Regel extrem zähflüssig. Für die Betroffenen ist es oft sehr anstrengend, das Bronchialsystem vom Sekret zu befreien. Lagerungsdrainage und eine entsprechende Hustentechnik können dabei helfen.

AZV

Siehe Atemzugvolumen

Ä

Ätiologie

Lehre von den Krankheitsursachen

B

Becherzellen

Schleimbildende Zellen in der Bronchialschleimhaut.

Beta-Sympathomimetika

Siehe Adrenergika

Betamimetika

Siehe Adrenergika

BGA

Siehe Blutgasanalyse

Blutgasanalyse

Untersuchungsverfahren zur Messung der Gasverteilung von Sauerstoff und Kohlendioxid im arteriellen Blut. Die Blutgasanalyse (BGA) sollte bei Patienten mit schwerer COPD und eventuell bei Asthma bronchiale durchgeführt werden. Dazu wird ein Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen entnommen und entsprechend untersucht.

Bodyplethysmographie („Body“)

Methode zur Bestimmung der Lungenfunktion durch exakte Ermittlung des Atemwegswiderstandes und der Lungenvolumina. Die Bodyplethysmographie wird vor allem in Lungenfacharztpraxen und in lungenärztlich ausgerichteten Kliniken/ Ambulanzen durchgeführt.

Borg-Scala

Ein in der Lungenfachkunde eingesetztes Bewertungsverfahren zur Einteilung des Schweregrades einer Atemnot anhand des persönlichen Anstrengungsempfindens in Form eines Interviews oder Fragebogens.

Bronchialbaum

Bezeichnet das gesamte System aus Bronchien und Bronchiolen. Man spricht von einem Bronchialbaum, weil das Bronchialsystem mit der Luftröhre (Trachea ), den Stammbronchien, den Lappenbronchien, den Segmentbronchien und den immer feiner werdenden Verästelungen bis hin zu den Bronchiolen und den Lungenbläschen (Alveolen) wie ein auf den Kopf gestellter Baum aussieht.

Bronchialinfekt

Eine Erkrankung, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Gerade bei Patienten mit COPD oder mit Bronchiektasen treten solche Bronchialinfekte relativ häufig auf. Sie sind mit „harmlosen Erkältungen“ nicht zu vergleichen und schädigen das bereits geschädigte Bronchialsystem immer weiter, sodass dadurch eine permanente Verschlechterung des Bronchialleidens verursacht wird.

Bronchialkarzinom

Eine von den Bronchien ausgehende bösartige Geschwulst (= Lungenkrebs). Hauptursache ist langjähriges Rauchen. Weitere aber seltenere Auslöser sind arbeitsplatzbezogene oder umweltbedingte Schadstoffe wie z.B. Asbest.

Bronchialmuskulatur

Sie ist aufgebaut aus Muskelzellen, die in der Bronchialwand lokalisiert sind und die eine Verengung der Bronchien bewirken, wenn sie sich verkrampfen.

Bronchialschleimhaut

Die Bronchien sind mit einer sehr zarten, empfindlichen Schleimhaut ausgekleidet. Auf der Bronchialschleimhaut befindet sich das Flimmerepithel mit den sogenannten Flimmerhärchen, die als Transportsystem fungieren und Fremdkörper (in Bronchialschleim verpackt) aus dem Bronchialsystem hinausbefördern. Unterhalb der Schleimhaut im Bindegewebe der größeren Bronchien befinden sich Muskelzellen, die das Bronchialsystem in der Regel offen halten. Nur bei Reaktionen, die zum Muskelkrampf führen, ziehen sich diese Muskeln zusammen und engen die Bronchien ein - es entsteht Atemnot. Die Schleimhaut enthält auch die schleimbildenden Becherzellen, Schleimdrüsen, aber auch Mastzellen und gegebenenfalls Entzündungszellen.

Bronchialsekret

Siehe Auswurf, Schleim, Sputum, Mukus

Bronchialsystem

Das Bronchialsystem umfasst alle Luftwege der Lunge. Siehe Bronchialbaum Bronchiektasen Meistens irreversible (= nicht rückgängig zu machende) Erweiterungen/Ausbuchtungen der Bronchialäste mit Neigung zu Schleimstau und Infektionen.

Bronchien

Aus der Luftröhre sich verzweigende Hauptäste (Stammbronchien), die sich im sogenannten Bronchialbaum immer stärker verzweigen bis hin zu den Bronchiolen, an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen. Über die Bronchien wird die sauerstoffreiche Luft über die Verzweigungen zu den Lungenbläschen geleitet und die kohlendioxidreiche Luft von den Alveolen aus dem Körper heraus transportiert. D. h. die „verbrauchte“ Luft wird ausgeatmet und „frische“ Luft eingeatmet.

Bronchiolen

Kleinste Abzweigungen der Bronchien im Bronchialbaum, an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen.

Bronchiolitis

Entzündung der Bronchiolen

Bronchitis

Bei der Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Bronchien. Es wird unterschieden zwischen akuter Bronchitis, chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Bronchitis.

Bronchodilatatoren

Arzneimittel, die die Bronchien erweitern und so die Verbesserung einer gestörten Atemfunktion unterstützen. Sie werden unter anderem bei Asthma, Husten oder Bronchitis eingesetzt. Zu den Bronchodilatoren gehören Adrenergika, Beta-2-Adrenergika, Beta-2-Sympathomimetika, aber auch Anticholinergika. Sie wirken vorbeugend, können aber auch zur Behandlung von Atemnotanfällen verwendet werden.

Bronchoskop

Dient der Untersuchung der unteren Atemwege. Medizinisches Gerät mit einem flexiblen Schlauch, an dessen Ende eine Kamera sowie Spül- und Absaugvorrichtung befestigt sind. Siehe Bronchoskopie

Bronchoskopie

Untersuchung des Bronchialsystems (= Atemwegsspiegelung). Über die Luftröhre wird ein Bronchoskop (medizinisches Gerät mit Kamera, Spül- und Absaugvorrichtung) eingeführt, um die unteren Atemwege von Innen betrachten und untersuchen zu können.

Bronchospasmolyse

Lösung von Krämpfen (Spasmen) in den Bronchien. Zur Bronchospasmolyse werden bestimmte Medikamente verwendet, die man Bronchospasmolytika nennt.

Bronchospasmolytikum

Ein Medikament, das einen Muskelkrampf (Spasmus) in den Bronchien löst. Zu den Bronchospasmolytika zählen Beta-Adrenergika bzw. Betamimetika, Anticholinergika und Theophyllin.

Bullektomie

Entfernung einer großen Emphysemblase.

C

CF

Cystische Fibrose; Siehe Mukoviszidose

D

Diffusion

Ein physikalischer Prozess, bei dem sich Teilchen gleichmäßig z.B. in einer Lösung oder einem Gasgemisch verteilen, wobei es zu einer vollständigen Durchmischung zweier oder mehrerer Stoffe kommt.

E

Echokardiographie

Untersuchungsverfahren per Ultraschall. Sie dient der Erkennung krankhafter Veränderungen im Bereich des Herzens.

F

FEV1

Siehe Einsekundenkapazität

G

Gasaustausch

Erfolgt in den Lungenbläschen (Alveolen), die von feinsten Blutäderchen (Kapillaren) umschlossen sind. Die Alveolen geben Sauerstoff in die Kapillaren ab und übernehmen von diesen Kohlendioxid. Während der Sauerstoff über den Blutkreislauf zu allen Zellen des menschlichen Körpers transportiert und dort im Stoffwechselprozess verbraucht wird, wird das Kohlendioxid über das Bronchialsystem in die oberen Atemwege gebracht und über Mund und Nase ausgeatmet.

H

Heimbeatmung

Unter Heimbeatmung, auch Selbstbeatmung genannt, wird die künstliche Beatmung verstanden, die zu Hause mit einem Beatmungsgerät durchgeführt wird. Sie erfolgt über eine Nasen- oder Nasen-Mund-Maske, die Patienten selbst auf- und absetzen können. Die richtige Anwendung erlernt der Patient in der Klinik, wo das Beatmungsgerät ausgegeben und eingestellt wird. Die Heimbeatmung wird meist nachts u.a. bei Lungenerkrankungen eingesetzt, um die Atemmuskulatur vorübergehend zu entlasten, wenn die Atmung dauernd unzureichend ist und der Kohlendioxidgehalt des Blutes auch in Ruhe zu hoch ist.

I

IC

Siehe Inspiratorische Kapazität

K

Kapillare

Kleinste Blutgefäße/Adern. Sie dienen dem Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe.

L

Langzeit-Sauerstofftherapie

Kontinuierliche Zuführung von Sauerstoff mittels eines Sauerstoff-Konzentrators, einer Sauerstoffflasche oder eines Flüssig-Sauerstoff-Systems. Eingesetzt wird die Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT = long-term oxygen therapy) bei schweren Formen der COPD sowie Emphysem, Asthma bronchiale und Lungenfibrose, bei der die Lungenfunktion derart eingeschränkt ist, das der Gasaustausch nicht mehr ausreicht, um den Köper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

M

Mediatoren

Botenstoffe des Körpers, die bei verschiedenen Körperfunktionen eine Rolle spielen und auch bei allergischen Reaktionen mitwirken.

N

Non-Compliance

Gegenteil von Compliance, die „Unzuverlässigkeit“ bei der Durchführung der vereinbarten Therapiemaßnahmen. Der Patient hält sich bewusst oder unbewusst/unwissentlich nicht an die mit dem Arzt abgesprochene Behandlung der Krankheit. Er nimmt z.B. die Medikamente nicht oder nicht in der verordneten Dosis ein.

O

O2

O ist das chemische Elementsymbol für Sauerstoff und steht für Oxygenium. In der Luft kommt Sauerstoff als Di(Zwei)sauerstoff oder molekularer Sauerstoff zu 21% vor. Sauerstoff ist das häufigste Element auf der Erdoberfläche.

P

Packungsjahre

Einheit, um den Zigarettenkonsum, insbesondere die inhalierte Rauchdosis eines Zigaretten-Rauchers standardisiert feststellen und dokumentieren zu können. Sie ergibt sich aus der Anzahl der pro Tag konsumierten Zigarettenpackungen und der Anzahl der Raucherjahre. Die Packungsjahre dienen u.a. dazu, das Risiko für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms oder einer COPD abschätzen zu können.

R

Rauchen

Rauchen (aktiv und passiv) ist neben weiteren Umwelteinflüssen eine häufige Ursache (Noxe) für die Entstehung einer COPD.

S

Sauerstoff

Wichtiger Bestandteil der Atemluft; Sauerstoff (O2) wird für die Stoffwechselprozesse der Körperzellen benötigt.

T

Tabakentwöhnung

Tabakkonsum ist eine der Hauptursachen für die Entstehung der COPD. Die Tabakentwöhnung stellt daher eine entscheidende Maßnahme sowohl bei der Vorbeugung als auch im späteren Krankheitsverlauf dar. Tabakentwöhnung kann durch eine individuelle Willensentscheidung oder mit Hilfe von speziellen Tabakentwöhnungsprogrammen erfolgen, die im Rahmen einer fachlichen Betreuung medikamentöse und psychologische Maßnahmen miteinander verbindet.

U

Uhrglasnägel

Große, gewölbte Fingernägel; Vorkommen bei Bronchiektasen, Lungen-Tuberkulose, Bronchialkarzinom.

V

VC

Siehe Vitalkapazität

Z

Zwerchfell

Großer, kuppelförmiger Muskel, der Brust- und Bauchraum voneinander trennt; wichtiger Muskel für die Atmung.